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Rezension: Broken Will- Bis ich mit dir zu täumen wage von Vanessa Schöche

12. Februar 2021

Facts

Meine Vergangenheit hat mich eins gelehrt: Wenn man einmal den schwarzen Peter im Leben zugeschoben bekommen hat, ist es unmöglich, ihn wieder loszuwerden.

Klappentext Broken Will

Willow hat sich und ihre Träume schon längst aufgegeben. Zu tief sitzen die Schrammen ihrer Vergangenheit. Um nicht vollständig zu zerbrechen, zieht sie eine Mauer um sich hoch und lässt niemanden an sich heran. Wozu auch? Sie ist sich sicher, keine Chance auf Glück und Liebe in ihrem Leben zu haben.

Doch dann trifft sie auf Josh. Der ihr hilft, anstatt einfach nur wegzusehen. Der ihr ein wohliges Kribbeln im Magen verleiht. Der sich weigert, Abstand von ihr zu halten und beginnt für sie zu kämpfen.

Doch was wird er tun, wenn er von irrer Vergangenheit erfährt?

Meine Meinung

​[enthält möglicherweise Spoiler]

Broken Will ist eine berührende Geschichte von Vertrauen und dem Beginn einer Liebe. Doch es ist nicht alles immer rosarot und wir haben es hier mit schwierigen Themen wie Misshandlung, Gewalt, Depression und Krankheit zu tun. Dazu findet sich auch eine Triggerwarnung im Buch.

Will ist trotz ihrer schrecklichen Erlebnisse eine starke, eigenständige Frau, eine gute Freundin und Tierliebhaberin. Obwohl sie vieles aufgeben musste und sich auch einiges nicht zugesteht, ist sie gewillt ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen. Um die Schicksalsschläge zu verarbeiten, geht sie regelmäßig zu einer Therapeutin. So eine Protagonistin wie Will würde ich mir in mehr New Adult Romanen wünschen! Wir brauchen nicht noch mehr schwache Frauen, die meinen einen Jungen retten zu müssen, der sie wie Dreck behandelt. Wir brauchen Frauen wie Will, die vernünftig und selbstständig sind. Ich fand es herrlich erfrischend, dass nicht die vermeintliche Exfreundin alles zerstört. Stattdessen hat Will Josh genug vertraut, um ihm zu glauben, dass es eben nur eine nervige Ex ist. Viel mehr wurde sich auf Wills Innenleben konzentriert. Ihre Charakterentwicklung fand ich klasse. Wie sie es in immer größeren Schritten geschafft hat, sich selbst zu öffnen und zuversichtlicher zu werden. Am Ende war fast alles zu gut – aber das will man bei einer Liebesgeschichte ja auch, oder?

Josh ist zwar sehr von sich überzeugt und stolz, jedoch kein klassischer BadBoy, sondern eher der Goodguy. Er rettet einen Kater aus der Mülltonne und gibt kostenlose Selbstverteidigung-Seminare. Ganz nach dem Prinzip Harte Schale, weicher Kern. Will gegenüber ist er sehr respektvoll und trotz seines (manchmal zu großen) Helfersyndroms möchte er Will lieber dabei helfen, sich selbst zu helfen, anstatt den Retter auf dem weißen Pferd zu spielen. Seine Entwicklung ist nicht ganz so stark wie Wills, ich persönlich hätte mir gerne etwas mehr Spannung zwischen ihm und seinen Eltern zu Beginn der Geschichte gewünscht. Und ein kleiner Makel hätte Josh vielleicht gut getan, er ist schon sehr perfekt!

Allgemein ist es eine eher ruhige Geschichte, ohne Action oder großen Spannungsbogen. Dafür ist das Buch von starken Emotionen geprägt. Es zerreißt und schüttelt einen wie Will, die Tränen steigen einem die Augen und man sieht keinen Ausweg. Doch man verspürt auch das Kribbeln im Bauch und die Nervosität, als die beiden sich gegen ihre Abmachung ineinander verlieben und grinst über beide Backen, als das Happy End naht.

Trotz all den positiven Punkten, die ich gerade aufgezählt habe, ist der letzte Funke leider nicht ganz übergesprungen. Wahrscheinlich, weil ich insgeheim eben doch auf großes Drama stehe. Dennoch fand ich das Buch wunderschön und würde es mit 4.5/5 Sternen bewerten.

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